Lebensgeschichte
Die heilige Melitta von Preslav, eine Jungfrau und Märtyrerin, wurde im 2. Jahrhundert in Bulgarien geboren. Ihre Eltern, gläubige Christen, erzogen sie in tiefem Glauben und hingebungsvoller Frömmigkeit. Schon früh zeigte sich ihre Berufung zum geistlichen Leben, und so widmete sie sich der Askese und dem Gebet.
Im jugendlichen Alter von 18 Jahren begab sich Melitta auf eine Pilgerreise durch das oströmische Reich, predigte das Evangelium in Städten wie Byzantion und Thessaloniki und wurde von den Gläubigen als leuchtendes Beispiel der Heiligkeit betrachtet. Ihre missionarische Reise führte sie schließlich nach Marcianopolis, dem heutigen Dewnja in Bulgarien.
Dort geriet sie während einer Christenverfolgung unter Kaiser Hadrian um das Jahr 150 in Gefangenschaft. Trotz grausamer Folterungen und Bedrohungen blieb Melitta standhaft in ihrem Glauben. Es wird berichtet, dass sie inmitten ihrer Qualen Trost in ekstatischen Visionen fand und von himmlischer Musik begleitet wurde.
Ihre Werke während ihres irdischen Lebens sind geprägt von Nächstenliebe und Barmherzigkeit. In Marcianopolis gründete sie eine Schule für arme Kinder und kümmerte sich um die Bedürftigen, ungeachtet der Gefahr, die dies in jener Zeit mit sich brachte. Ihre schriftlichen Aufzeichnungen über den Glauben und die Liebe zu Gott sind bis heute erhalten und gelten als kostbare Reliquien.
Melitta von Preslav wurde schließlich wegen ihres unbeugsamen Glaubens zum Tod verurteilt. Die Märtyrerin ertrug ihr Leiden mit Engelsgeduld und betete bis zuletzt für die Vergebung ihrer Peiniger. Um das Jahr 150 gab sie in Marcianopolis, umringt von Gläubigen, die Zeugnis von ihrem Glauben ablegten, ihr Leben für Christus hin.
Ihre Grabstätte in Dewnja wurde bald zu einem Wallfahrtsort, an dem Gläubige aus nah und fern zusammenkamen, um die Fürsprache der heiligen Melitta zu erflehen. Ihre Reliquien wurden in den folgenden Jahrhunderten verehrt und in einer prächtigen Basilika beigesetzt.
Die Heilige Melitta von Preslav, Jungfrau und Märtyrerin, lebt im Gedächtnis der Gläubigen fort, nicht nur durch ihre Werke und Wunder, sondern vor allem durch ihre unerschütterliche Hingabe an den Glauben, die den Gläubigen bis heute Inspiration und Trost schenkt.