Lebensgeschichte
In der Antike, unter der Regierung von Kaiser Claudius II., erblühte der Glaube im Herzen des jungen Märtyrers Quirinus von Tegernsee. Die ältere Legende berichtet von seiner Tapferkeit und Hingabe für den christlichen Glauben, die letztendlich unter dem Henkerbeil endete, bevor sein Leichnam in den Tiber geworfen wurde. Entdeckt an der Tiberinsel nahe der heutigen Kirche S. Bartolomeo, fand Quirinus seine letzte Ruhestätte in den Katakomben des Pontianus.
Eine jüngere Legende erzählt von Quirinus als dem Sohn des ersten christlichen Kaisers Philippus Arabs. Nach dem Tod seines Vaters wurde Quirinus aufgrund seines Glaubens enthauptet. Um 765 wurden seine Reliquien zusammen mit denen von Arsacius von Mailand nach Tegernsee gebracht, einem Kloster, das von den Brüdern Adalbert und Ottokar gegründet wurde. Dort entwickelte sich ein reger Kult um Quirinus, der von Bayern ausstrahlte.
Eine mystische Episode während des Transports der Reliquien nach Tegernsee erzählt von neugierigen Boten, die das Behältnis öffneten, nur um von Flammen zurückgewiesen zu werden. An einer Raststätte vor der Ankunft entsprang eine heilkräftige Quelle unter dem Wagen, und der Quirinus-Brunnen in St. Quirin, einem Ortsteil von Gmund am Tegernsee, erinnert heute an dieses wunderbare Ereignis. Bei der Beisetzung in Tegernsee sollen die Gebeine des Heiligen frisches Blut ausgeströmt haben, ein göttliches Zeichen seiner Märtyrerschaft und des triumphierenden Glaubens.