Lebensgeschichte
In den sanften Hügeln der Albuch-Gegend, nahe Steinheim bei Heidenheim, wurde Otto von Bamberg um das Jahr 1065 in eine edelfreie Familie geboren. Seine Mutter, von den mächtigen Staufern abstammend, erkannte früh die außergewöhnlichen Gaben ihres Sohnes. Otto verbrachte seine prägenden Jahre in Eichstätt, wo er nicht nur eine solide Erziehung genoss, sondern auch seine herausragenden Persönlichkeitsmerkmale entwickelte.
Die Wege des jungen Otto führten ihn 1088 an den Hof des Polenherzogs Władisław-Hermann, als Kaplan und Vertrauter. Die Verbindung zu Kaiser Heinrich IV. wurde 1092 enger, als er Mitglied der Hofkapelle wurde und sich später als Bauleiter am Dom in Speyer bewährte. Heinrich IV. erkannte in Otto nicht nur einen klugen Geist, sondern auch einen Mann von tiefer Frömmigkeit und ernannte ihn schließlich 1102 zum achten Bischof von Bamberg.
Otto von Bamberg, auch als "Apostel der Pommern" bekannt, war nicht nur ein hingebungsvoller Bischof, sondern auch ein kluger Diplomat. In den dramatischen Zeiten des Investiturstreits trat er als Vermittler auf und spielte eine Schlüsselrolle bei der Einigung im "Wormser Konkordat". Seine Fähigkeiten wurden so geschätzt, dass Papst Paschalis II. ihn 1106 zum Bischof von Anagni weihte.
Die Missionsreisen nach Pommern, unterstützt von König Lothar III., zeugen von Ottos unermüdlichem Einsatz für den christlichen Glauben. Sein einfühlsames Wirken zeigte sich nicht nur in glanzvollen Auftritten, sondern auch in Gesten der Verständigung, wie der Bewahrung eines heidnischen Nussbaums in Stettin.
Otto von Bamberg, ein Bischof, Klostergründer und Glaubensbote, schuf nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Grundlagen. Durch kluge Gütererwerbungen und die Gründung von über 30 Klöstern prägte er das Bamberger Bischofsgebiet und hinterließ ein bleibendes Erbe in der fränkischen Geschichte. Am 30. Juni 1139 ruhte dieser gottgeweihte Mann in Bamberg und hinterließ eine Kirche, die nicht nur aus Stein, sondern vor allem aus Glauben und Liebe erbaut wurde.