Cyrillus von Alexandria

Lebensgeschichte

Geboren um das Jahr 380 in der geschäftigen Stadt Alexandria, Ägypten, wuchs Cyrillus in den Schatten der mächtigen Bibliothek und der christlichen Gemeinschaft auf. Als Neffe des Patriarchen Theophilos I. von Alexandria wurde er von Kindheit an in den Lehren des Glaubens unterwiesen. Nach fünf Jahren als Einsiedler in der Sketischen Wüste kehrte er 412 als hervorragend ausgebildeter Theologe zurück und wurde der Nachfolger seines Onkels als Patriarch von Alexandria. Cyrillus entfaltete eine herausragende theologische Tätigkeit, die von seinem Einsatz für die rechte Glaubenslehre geprägt war. Als Verteidiger der Lehren des Athanasios von Alexandria trat er gegen die Irrlehren des Arianismus und Nestorianismus ein. Besonders setzte er sich dafür ein, dass Maria als "Gottesgebärerin" bezeichnet wurde, ein Ausdruck, der die Einheit von Christi göttlicher und menschlicher Natur betonte. Sein theologisches Vermächtnis prägte die frühen Konzile entscheidend. In einem Brief an Nestorius erklärte er die Einheit der Personen in Christus und verteidigte die vollständige Einheit des Seins bei Christus. Seine Standhaftigkeit führte dazu, dass Kaiser Theodosios II. 431 das Konzil von Ephesus einberief, das Cyrill leitete. Das Konzil verwarf die Lehren des Nestorius, und Cyrill setzte sich als unerbittlicher Vorsitzender durch. Cyrillus' theologische Positionen und seine klare Linie hatten jedoch auch Schattenseiten. Seine Auseinandersetzung mit den orientalischen Bischöfen und seinem harten Vorgehen gegen Andersdenkende führten zu Spaltungen und Konflikten in der Kirche. In seinem Kampf gegen das ägyptische Mönchtum vermischten sich machtpolitische Motive mit dem Eifer für den rechten Glauben. Am 27. Juni 444 starb Cyrillus von Alexandria in seiner Heimatstadt. Sein Erbe als Patriarch, Kirchenlehrer und Verteidiger des orthodoxen Glaubens lebt in den Überlieferungen der Kirche fort, auch wenn sein Wirken von Kontroversen und Spannungen begleitet war.

Zitate

„Wenn ich jemanden für den Glauben gewinnen möchte, heiße ich ihn in meinem Zuhause willkommen.“
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„Halte dein Innerstes frei von Heuchelei, für den, der Herz und Nieren prüft.“
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