Anthelm von Chignin

Lebensgeschichte

Aus den majestätischen Hallen des Schlosses in Chignin bei Chambéry stammend, wurde Anthelm in eine adlige Familie geboren. Sein Weg führte ihn jedoch weg von weltlichen Pfaden, hin zur Hingabe an Gott. Als Weltpriester und später als Kanoniker in Belley fand er schließlich seine Berufung in der Abgeschiedenheit der Kartause. Um das Jahr 1136 trat Anthelm in die Kartause Portes in Bénonces ein, nicht weit von seinem Geburtsort entfernt. Sein Leben als Mönch in der stillen Gemeinschaft war geprägt von Gebet, Arbeit und einem tiefen Streben nach spirituellem Wachstum. Schnell erkannten seine Brüder in der Kartause die Tiefe seiner Hingabe, und 1139 wurde er zum Prior der Grande Chartreuse bei Grenoble berufen. Anthelms Wirken erstreckte sich weit über die Klostermauern hinaus. 1141 wurde er der erste Generalprior des Kartäuserordens, ein Amt, das er mit großer Weisheit und Demut ausfüllte. Nach einer reichen Amtszeit kehrte er 1151 in die Kartause Les Portes zurück, doch das Wirken dieses bescheidenen Mönchs sollte noch weitergehen. Im Jahr 1163 wurde Anthelm zum Bischof von Belley berufen, wo er sich mit derselben Hingabe dem geistlichen Dienst widmete. Sein Bischofsamt gab er jedoch 1176 auf, um sich erneut in die Stille der Grande Chartreuse zurückzuziehen. Dort, inmitten der majestätischen Berglandschaft, schloss Anthelm am 26. Juni 1178 seine irdische Pilgerschaft ab. Gemälde im Museum der Kartause Serra San Bruno erinnern an Anthelm von Chignin, einen Bischof und Mönch, dessen Leben ein lebendiges Zeugnis für die Suche nach Gott in der Abgeschiedenheit und im Dienst am Nächsten war.