Dorothea von Montau

Lebensgeschichte

Dorothea von Montau, geboren als siebtes von neun Kindern in Groß-Montau, Polen, war das Kind eines wohlhabenden Bauern. Bereits in ihrer Kindheit erlebte sie ungewöhnliche Eingebungen und spürte den Drang zu harter Buße. Im Jahr 1363 heiratete die 16-jährige Dorothea den vermögenden Schwertfeger Adalbert in Danzig. Obwohl sie Mutter von neun Kindern wurde, überlebte nur ihre Tochter Gertrud, die später Benediktinernonne wurde. Schon kurz nach der Hochzeit begann Dorothea, religiöse Visionen zu erleben. Ihr Mann versuchte, ihre Frömmigkeit durch harte Behandlung zu unterdrücken, aber sie blieb standhaft. Ab 1386 unternahm sie mit ihrer Tochter Gertrud eine dreijährige Pilgerreise nach Aachen und Einsiedeln. 1389 schloss sie sich einem Danziger Pilgerzug nach Rom an, um auf den Spuren von Birgitta von Schweden zu wandeln. Während ihrer Abwesenheit verstarb ihr Mann, und 1390 entschied sich Dorothea, ihre Habe zu verschenken und sich ganz einem religiösen Leben zu widmen. Im Jahr darauf wurde sie wegen ihrer tiefer Religiosität vor Gericht gestellt, aber ihr Beichtvater konnte ihre drohende Verbrennung als Hexe verhindern. Ab Mai 1393 lebte Dorothea als Reklusin am Dom in Marienwerder, wo sie sich ihren Visionen, dem täglichen Kommunionempfang und der Tröstung Ratsuchender hingab. Ihre Erlebnisse wurden von ihrem Seelenführer Johannes von Marienwerder schriftlich festgehalten und erst über 100 Jahre später als "Vita venerabilis dominae Dorotheae" veröffentlicht. Dorothea von Montau, Reklusin und Mystikerin, hinterließ ein spirituelles Erbe, das bis heute inspiriert.

Zitate

„Nachdem du die heilige Kommunion empfangen hast, bitte Gott um Kraft, damit du in der Lage bist, seinen Willen zu erfüllen. Möge der Herr auf deine Gebete hören, dein Herz mit seinem Licht erleuchten, sodass du Ihn in deiner eigenen Seele sehen kannst. Möge er dir die göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe schenken, ebenso wie die Kardinaltugenden der Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Er möge dir die sieben Gaben des Heiligen Geistes zuteilwerden lassen und dich der acht Seligpreisungen würdigen. Möge er dir den Sinn des Geruchs schenken, damit du zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Tugend und Untugend unterscheiden kannst. Ebenso möge er dir den Sinn des Geschmacks verleihen, damit du die geistlichen und heiligen Güter schätzen kannst. Schließlich möge er dir den Sinn des Fühlens geben, damit du Unannehmlichkeiten und Schäden für deine Seele erkennen kannst.“
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