Wilhelm von Vercelli

Lebensgeschichte

In der friedlichen Stadt Vercelli, Italien, wurde Wilhelm um das Jahr 1085 geboren. Nach dem tragischen Verlust seiner Eltern begab sich Wilhelm auf eine Pilgerreise zur Jakobus-Wallfahrtsstätte nach Santiago de Compostela. Der ursprüngliche Plan, ins Heilige Land zu pilgern, wurde von Johannes von Matera durch den Vorschlag, ein Einsiedlerleben zu führen, verworfen. Im Jahr 1114 ließ sich Wilhelm auf dem malerischen Berg Monte Vergine bei Avellino nieder. Dort erzählt die Legende von der außergewöhnlichen Begegnung mit einem Wolf, der zuvor seinen Esel getötet hatte. Unter der Führung von Wilhelm entstand auf dem Berg eine spirituelle Gemeinschaft, die sich dem Gebet, der Buße und der Arbeit widmete. 1118 schlossen sich ihm Männer und Frauen an, und gemeinsam gründeten sie das Hospiz, aus dem die Kongregation "Monte Vergine" hervorging. Die Regel, die Wilhelm für seine Anhänger aufstellte, betonte Buße, Demut und die Verpflichtung zu Arbeit und Mildtätigkeit. Um 1124 setzten die beteiligten Priester den Bau einer Kirche auf dem Berg durch, die der Jungfrau Maria geweiht wurde. Der Berg erhielt seitdem den Namen "Monte Vergine" - Berg der Jungfrau. Die Gemeinschaft wurde 1126 anerkannt, doch Konflikte entstanden bald zwischen den Priestern und Wilhelm wegen Geldgeschenken. Die Gemeinschaft zerfiel, und Wilhelm verließ das Kloster auf dem Monte Vergine. Er zog sich in die Einsiedelei am Monte Laceno bei Eboli zurück, gründete Klöster und lebte weiterhin als Büßer. Er hinterließ ein bleibendes Erbe, darunter das Kloster San Salvatore di Goleto in Soriente bei Lioni, wo er am 25. Juni 1142 verstarb.