Thomas Morus

Lebensgeschichte

In den verschlungenen Gassen Londons wurde am 6. Februar des Jahres 1477 ein Kind geboren, das zu einem der bedeutendsten Gelehrten und Märtyrer der Geschichte werden sollte. Thomas More, so der Name dieses Knaben, wuchs in einer Zeit auf, in der das Schicksal Englands mit den politischen Wirren und religiösen Umbrüchen verwoben war. Seine Eltern, der ehrbare Richter John More und seine Frau Agnes, erkannten früh die Klugheit ihres Sohnes und ermöglichten ihm eine erstklassige Ausbildung an einer Lateinschule. Thomas' Weg führte ihn an den Hof von John Morton, dem Kardinal, Lordkanzler und Erzbischof von Canterbury. Dort, zwischen den glänzenden Rüstungen und den weisen Worten der Gelehrten, formte sich der Geist des jungen Thomas More. Der Kontakt mit Humanisten wie Erasmus von Rotterdam prägte seine Ansichten und führte zu einer lebenslangen Freundschaft. Der Weg des Lordkanzlers begann, als er das Studium der Rechtswissenschaften in Oxford und London absolvierte. Mit 23 Jahren wurde er Anwalt in London und mit 26 Jahren Mitglied des Parlaments. Doch das politische Geschick allein definierte ihn nicht. Die Liebe zur Familie manifestierte sich in seiner Ehe mit einer geliebten Frau und der Geburt von vier Kindern. Thomas wurde nicht nur als Lordkanzler geschätzt, sondern auch als liebevoller "Vater" in seiner Familie verehrt. Sein Haus in Bucklersbury wurde zum Zentrum der Künste und der Gelehrsamkeit. Hier trafen sich brillante Köpfe wie Erasmus, und gemeinsam übersetzten sie antike Werke. Doch die Fröhlichkeit in seinem Haus wich, als seine erste Frau unerwartet starb. In einem Zeichen des Neubeginns heiratete Thomas Alice Middleton, die Tochter eines Textilkaufmannes. Das Leben des Lordkanzlers nahm eine Wendung, als König Heinrich VIII. mit den Anfängen der Reformation rang. Die Frage der Ehe und die Abspaltung von Rom drängten sich in den Vordergrund. Thomas' Gewissen ließ ihn nicht schweigen, und so trat er als Lordkanzler zurück, verweigerte den "Suprematseid" und wurde zum unbeugsamen Verteidiger des katholischen Glaubens. Das Martyrium des Märtyrers Thomas More begann, als er im Tower of London eingesperrt wurde. Der König, einst sein Freund, verurteilte ihn zum Tod. In seinen letzten Worten betonte Thomas seine Treue zur katholischen Kirche und seinen Dienst für Gott und den König. Am 6. Juli 1535 wurde er enthauptet, sein Kopf zur Abschreckung ausgestellt, sein Körper in der St. Peter Vincula-Kapelle bestattet. So endete das Leben eines Mannes, der sich weigerte, seine Überzeugungen zu verleugnen. Seine Familie erlitt Verfolgung und Armut, aber sein Erbe überdauerte als ein leuchtendes Beispiel für Treue, Gewissenhaftigkeit und den unbeugsamen Glauben an das, was richtig ist.

Zitate

„Im Lebenskuchen sollten wir nicht nur die Rosinen suchen, sondern jede Zutat schätzen.“
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„Wir meißeln Erlittenes in Marmor, während empfangene Wohltaten im Sand verwehen.“
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„Da die Menschen oft widerwillig nach Christi Vorschriften leben, biegen sie seine Lehren wie weiches Blei, um besser mit ihrem Handeln übereinzustimmen. Doch was erreichen sie damit außer der Möglichkeit, Böses mit besserem Gewissen zu tun?“
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„Vollkommenheit wird erst erreicht, wenn die Menschen selbst gut und vollkommen sind.“
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„Auf Erden gibt es keinen Kummer, den der Himmel nicht heilen kann.“
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„Musik, bei deinen zauberhaften Klängen, erscheint uns Sprache arm und kalt, oh Herr.“
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„Herr, schenke mir einen Sinn für Humor. Verleihe mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück im Leben habe und es mit anderen teile.“
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„Selbst wenn ein Priester eine Missetat begeht, untersteht er keinem öffentlichen Gericht. Man überlässt ihn Gott und sich selbst, da die Hand eines Sterblichen nicht einmal den schlimmsten Sünder antasten darf, der Gott auf besondere Weise wie ein Opfertier geweiht ist.“
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„Die besten Gesetze der Vorfahren lassen wir leichtfertig hinter uns. Doch wenn es um Verhältnisse geht, die sie klüger hätten gestalten können, klammern wir uns freudig an die billige Ausrede der guten Tradition und beißen uns ins Althergebrachte wie wütende Köter.“
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„Die Hoffnung, dass Gott Freude an der Ankunft eines Menschen hat, der widerwillig und widerspenstig herbeigeschleppt wird, ist trügerisch. Schaut man einem solchen Sterben zu, überkommt einen das Grauen.“
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„Je vollkommener jemand ist, desto milder und nachsichtiger geht er mit anderen um.“
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„Der Geschmack der Menschen ist so verschieden, und manche sind so eigensinnig, undankbar und unsinnig in ihrem Urteil, dass offensichtlich die Menschen viel glücklicher sind, die in Freude und Frohsinn ihr eigenes Ich befriedigen.“
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„Hoffahrt misst das Glück nicht am eigenen Vorteil, sondern am Unglück anderer.“
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„Kleinmut und Ängstlichkeit hindern einen Menschen oft daran, das Gute zu tun, zu dem er fähig wäre, wenn er im Vertrauen auf Gottes Hilfe Mut fassen würde.“
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„Ein Mann kann seinen Kopf verlieren, ohne dass seine Seele Schaden nimmt.“
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„Wer heiratet, ist wie jemand, der in einen Sack greifen soll, in dem sich hundert Schlangen und ein Aal befinden, um diesen Aal herauszusuchen. Die Wette steht hundert zu eins, dass er danebengreift.“
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„Ein auskömmliches Leben ist für mich mehr als genug. "Nichts zuviel" ist mein liebster Grundsatz.“
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„Gib aus wie jemand, der sterben muss, und handle sparsam, als würdest du noch lange leben. Weise ist, wer Sparsamkeit und Verschwendung im richtigen Maß praktiziert, beides bedenkend.“
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„Kein Pilger kommt nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben.“
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„Ein Staatswesen verfällt nur durch Verfehlungen, die aus fehlgeleiteten Ansichten stammen.“
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„Ein Schurke, ja fast ein Hochverräter wäre, wer unheilvolle Beschlüsse in arglistiger Weise noch guthieße.“
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„Alle Orte haben die gleiche Entfernung zum Paradies.“
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„Viele Menschen erkaufen sich die Hölle mit so großer und schwerer Arbeit, dass sie sich mit der Hälfte derselben den Himmel erkaufen könnten.“
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„Manchen gefällt nur das Alte, den meisten nur das eigene Wesen.“
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