Deodatus von Nevers

Lebensgeschichte

In den malerischen Wäldern von Arbogast im Forst von Hagenau lebte Deodatus, der nach der Überlieferung als Einsiedler eine spirituelle Oase erschuf. Unter den Schatten uralter Bäume, auf den Ruinen eines römischen Kastells und eines Merkurtempels, gründete er das Kloster Novientum. Diese Stätte, heute bekannt als Kloster Ebersmunster bei Schlettstadt / Sélestat, wurde mit Unterstützung von Herzog Eticho und König Childerich II. ins Leben gerufen, wobei Huna vom Elsass ebenfalls als Wohltäterin galt. Trotz seiner Einsiedelei zog es Deodatus oft heraus, um Heilung und Trost zu spenden. Die Früchte seiner Mission führten zu weiteren Taten. Die Gründung des Klosters Juncturae, dem heutigen St-Dié, und seine Ernennung zum Bischof von Nevers zeugen von seinem tiefen Einfluss. Deodatus nahm an Synoden in Rom teil, doch die Zuneigung zu seiner geliebten Einsiedelei führte dazu, dass er schließlich auf seinen Bischofstitel verzichtete. Der Legende nach kehrte er in den Wald von Hagenau zurück, wo er in seiner mystischen "Galiläa" genannten Einsiedelei starb. Im Jahr 1002 wurden Deodatus' Reliquien übertragen, doch ein Großteil davon fiel 1636 den Flammen der Schweden zum Opfer. Obwohl sein Grab in der Kathedrale in St-Dié 1944 zerstört wurde, überdauern seine Kopfreliquie und einige kleine Teile. Die Deodatus-Kapelle am Stadtrand von St-Dié erinnert an den Ort, an dem er einst seine erste Zelle gründete und eine Quelle mit einem gezielten Axtwurf entspringen ließ. Die Überlieferung von Deodatus' erstaunlichem Leben wurde im 11. Jahrhundert von Humbert von Moyenmoutier niedergeschrieben und bleibt bis heute lebendig.