Lebensgeschichte
In den malerischen Gassen von Florenz erblickte Juliana, aus dem edlen Geschlecht der Falconieri stammend, um das Jahr 1270 das Licht der Welt. Als vermutliche Nichte von Alexius Falconieri, einem der sieben Stifter des Servitenordens, schloss sie sich 1284 dem Orden an. Juliana gehörte zu den Frauen, die zwar in ihren Privatwohnungen blieben, aber intensiv am Ordensleben teilnahmen. Unter der Leitung von Philippus Benitius erhielten sie ein eigenes Kleid und wurden als "Mantellatinnen" bekannt.
Im Jahr 1304 entwickelte sich aus dieser Gemeinschaft die Ordensgemeinschaft der "Serviten-Terziarschwestern" oder "Dienerinnen Mariä". Sie übernahmen Aufgaben in der Krankenpflege und der Erziehung der Jugend. Das Kloster der "Mantellate dell'Annunziatina" entstand, das später zu einem Karmelitinnenkloster wurde. Papst Martin V. bestätigte den Orden in seiner Tätigkeit.
Juliana führte ein asketisches Leben in tiefer Verbundenheit mit dem marianischen Geist des Ordens. Als sie den nahenden Tod spürte, verlangte sie danach, die Eucharistie zu empfangen. Doch als sie die Hostie nicht mehr schlucken konnte, bat sie den Priester, sie auf ihre Brust zu legen. Die Hostie verschwand in ihr, und in diesem mystischen Moment verschied Juliana am 19. Juni 1341. Ihr Erbe lebt weiter im Dienst der Servitinnen an den Kranken und Bedürftigen sowie in der Erziehung der Jugend.