Gregor Barbarigo

Lebensgeschichte

In Venedig, im Jahre 1625, wurde Gregor Barbarigo als Sohn eines späteren Senators geboren. Seine Jugendjahre verbrachte er mit dem Studium der Philosophie, des Rechts, Griechisch, Mathematik und Geschichte an der Universität in Padua. Im Jahr 1644 kehrte er auf Wunsch seines Vaters nach Venedig zurück und nahm an den Friedensverhandlungen zum Ende des 30-jährigen Krieges in Münster teil. Während dieser Verhandlungen begegnete Gregor dem späteren Papst Alexander VII., der damals als päpstlicher Nuntius in Köln diente. Nach drei Jahren kehrte Gregor nach Venedig zurück, doch die Friedensbemühungen blieben erfolglos. Auf Anregung von Alexander VII. begann er 1652 ein Studium der Theologie und des Kirchenrechts in Padua. Nach seiner Priesterweihe 1655 ernannte ihn der Papst zum Prälaten und Referendar beim höchsten päpstlichen Gericht. In den Jahren, die folgten, avancierte Gregor Barbarigo rasch: 1657 wurde er Bischof von Bergamo, 1660 Kardinal und 1664 Bischof von Padua. Als Bischof widmete er sich der Reform seiner Diözesen und erneuerte das christliche Leben. In Bergamo gründete er eine Diözesanschule nach den Richtlinien des Konzils von Trient und ähnlich den Regeln des Seminars in Mailand. Die Ausbildung der Priester legte er großen Wert auf das Erlernen der alten biblischen Sprachen. Auch in Padua reformierte er das Seminar und erarbeitete 1690 die "Regulae studiorum", die den "Ratio studiorum" der Jesuiten nachgebildet waren. Nach seinem Tod im Jahr 1697 in Padua hinterließ Gregor Barbarigo ein Vermächtnis der Erneuerung und Bildung in der Kirche, und sein Andenken lebt weiter in den historischen Kirchen und Bildungseinrichtungen, die er mit Weisheit und Hingabe gegründet hat.