Lebensgeschichte
Um das Jahr 1010, in der Nähe von Hildesheim in Niedersachsen, wurde Benno von Meißen geboren. Als Kind einer sächsischen Grafenfamilie erfuhr er eine erlesene Erziehung durch Bischof Bernward in Hildesheim. Im Jahr 1031 trat er in den geistlichen Stand ein und wurde 1040 zum Priester geweiht.
Nach einer kurzen Amtszeit als Abt in St. Michael in Hildesheim wurde er bereits nach drei Monaten Kapellan und Kanoniker des Pfalzstifts St. Simon und Judas in Goslar. Im Jahr 1066 wurde er schließlich zum Bischof von Meißen berufen.
Während seiner Amtszeit erlebte die viertürmige romanische Basilika, die heute der Dom ist, ihre Fertigstellung. Doch Benno geriet in Konflikt mit König Heinrich IV., als er sich weigerte, an den militärischen Maßnahmen gegen den Sachsenaufstand teilzunehmen. Im Jahr 1075 wurde er unter der Anklage des Hochverrats gefangen gesetzt, jedoch 1077 wieder freigelassen.
Benno von Meißen unterstützte die Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Schwaben und stellte sich im Investiturstreit auf die Seite von Papst Gregor VII. Heinrich IV. ließ ihn daraufhin im April 1085 exkommunizieren und als Bischof absetzen.
Nach einigen Wendungen schloss sich Benno zeitweise dem vom Kaiser eingesetzten Gegenpapst Clemens III. an. Nach erfolgreicher Vermittlung zwischen Kaiser und sächsischen Bischöfen wurde er 1088 wieder als Bischof eingesetzt. Doch 1097 schloss er sich erneut der römischen Seite an und erkannte Urban II. als rechtmäßigen Papst an.
Benno, auch als "Apostel der Wenden" bekannt, bemühte sich um die Bekehrung der Slawen an Elbe und Ostsee. Er wurde im Dom zu Meißen verehrt, und Wunder wurden mit seinem Grab in Verbindung gebracht.
Am 16. Juni 1106 verstarb Benno von Meißen in seiner geliebten Stadt Meißen. Die Legende erzählt, dass er bei seinem Abschied die Kirchenschlüssel in die Elbe warf, doch als er später wieder eingesetzt wurde, brachte ihm ein Fischer einen Fisch, an dessen Flossen die Schlüssel hingen.