Lebensgeschichte
In einem kleinen Dorf nahe Annecy, Frankreich, wurde im Jahr 1008 oder möglicherweise 983 ein Kind namens Bernhard geboren. Seine Kindheit verlief in den idyllischen Hügeln von Menthon-Saint-Bernard, wo sein Herz bereits früh von einem tiefen Glauben erfüllt wurde. Als Sohn eines Ritters schien eine nobel geplante Hochzeit vorgesehen, doch das Schicksal sah anders aus.
Entgegen den Plänen seines Vaters entschied sich Bernhard gegen eine vorbestimmte Ehe und folgte stattdessen dem Weg der Spiritualität. Die Legende erzählt von einer Befreiung durch den Heiligen Nikolaus, als er sich weigerte, die adlige Margaretha zu heiraten. Fliehend vor den weltlichen Erwartungen seines Elternhauses, fand er Zuflucht bei Archidiakon Peter in Aosta.
In Aosta wurde Bernhard zum Nachfolger von Archidiakon Peter ernannt und blieb eng mit den Menschen der Bergregion verbunden. Seine Predigten durchzogen die Alpen, belebten den Glauben der Menschen und trugen zur Errichtung mehrerer Bistümer bei. In der Lombardei setzte er sich für Bekehrungen ein und vollbrachte Wunder, die die Herzen der Gläubigen berührten.
Der Bergpass des Monte Jovis, ein gefährlicher Alpenübergang, wurde von Bernhard christianisiert. Als Pilger diesen Berg des Jupiter passierten, begegneten sie den Naturgewalten. Doch Bernhard fürchtete sich nicht und zeigte den Menschen den Weg des Glaubens.
Mit dem Schutz der Reisenden vor Augen gründete Bernhard das Kloster mit Hospiz auf der Passhöhe des Großen St. Bernhard, einem Ort, der heute seinen Namen trägt. Die Augustiner-Chorherren, die nach seiner Regel lebten, wurden Hüter der Alpenreisenden. Die Legende um Bernhard erstreckte sich auch auf die berühmten Bernhardiner-Hunde, die seit dem 17. Jahrhundert Rettungsdienste für Verschüttete leisteten.
Bernhard von Aosta, dessen sterbliche Überreste am 15. Juni 1007 oder vielleicht auch am 28. Mai 1081 in Novara beigesetzt wurden, hinterließ ein Erbe der Spiritualität, der Nächstenliebe und des Schutzes für diejenigen, die die gefährlichen Alpenpässe überquerten. Seine Geschichte erinnert daran, dass ein Leben im Dienst an Gott und den Menschen die Pfade des Glaubens ebnen kann, selbst in den rauen Höhen der Alpen.