Gottschalk der Wende

Lebensgeschichte

In den weiten Gefilden Deutschlands wurde um das Jahr 1000 ein zukünftiger Märtyrer geboren, dessen Leben und Wirken die Geschichte der Wenden maßgeblich prägen sollte. Gottschalk, Sohn des Obodritenfürsten Uto, empfing seine Bildung im Michaelskloster in Lüneburg, doch das Schicksal führte ihn nach dem Tod seines Vaters ins Exil. Die nächsten 15 Jahre verbrachte er als Gefolgsmann des dänischen Königs Kanut IV. in England, wo er Sigrid zur Frau nahm. Nach dem triumphalen Sieg über oppositionelle Herrscher kehrte Gottschalk im Jahr 1043 in sein Heimatland zurück und gründete ein mächtiges Reich der Wenden. Politisch orientiert an Dänemark und Sachsen, setzte er sich erfolgreich für den Aufbau einer christlichen Kirchenorganisation ein. In enger Zusammenarbeit mit Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen gründete er die Bistümer Mecklenburg, Oldenburg und Ratzeburg sowie das Benediktinerkloster in Lenzen. Gottschalk erweiterte sein Herrschaftsgebiet durch zahlreiche Kriege gegen benachbarte Slawenstämme und trieb die Christianisierung mit Missionen voran. Doch der politische Sturz seines wichtigen Verbündeten, Erzbischof Adalbert, im Jahr 1066 führte zu einem neuerlichen heidnischen Aufstand. Gemeinsam mit dem Priester Eppo wurde Gottschalk ermordet, und das christliche Kirchenwesen erlitt erneut schweren Schaden. Seine Witwe floh mit ihrem kleinen Sohn Heinrich zu ihrem Vater, dem dänischen König Svend Estridson, während Gottschalks Nachfolger der heidnische Fürst Kruto wurde. Das Opfer und die Standhaftigkeit des Fürsten Gottschalk bleiben als leuchtendes Beispiel christlicher Treue und Opferbereitschaft in Erinnerung.