Gerhard von Clairveaux

Lebensgeschichte

Um das Jahr 1089 in den grünen Hügeln Burgunds geboren, fand Gerhard von Clairvaux seinen Weg in die Klöster auf eine Weise, die das Wirken Gottes in seinem Leben offenbarte. In einer kriegerischen Auseinandersetzung nahe Grancy bei Lausanne erlebte er das Grauen des Krieges, wurde schwer verwundet und gefangen genommen. Doch in einem wundersamen Akt der Befreiung entkam er dem Gefängnis und spürte deutlich den Finger Gottes, der ihn zu einem besonderen Pfad führte. Im Jahr 1112, nach einem inneren Ringen, schloss sich Gerhard mit vier seiner Brüder dem strengen Zisterzienserkloster Cîteaux an. Als sein Bruder Bernhard 1115 zur Gründung des Klosters Clairvaux ausgesandt wurde, gehörte Gerhard zu den zwölf Auserwählten, die ihn begleiteten. In der Neugründung übernahm er die Verantwortung für die wirtschaftlichen Belange des Klosters. Bernhard würdigte seinen Bruder in einer rührenden Grabrede: "Er war mein Bluts-, aber auch mein Glaubensbruder, doch durch die Religion waren wir noch brüderlicher einander verbunden." Als unentbehrlicher Helfer in den praktischen Angelegenheiten des Lebens wurde Gerhard beschrieben, ein nicht literarisch und geistlich Gebildeter, der jedoch Weisheit durch das "Hören" erlangte. Die Beziehung zwischen den Brüdern war eine göttliche Symphonie, in der Gerhard als stille, aber kraftvolle Note erklang. Seine Anwesenheit stärkte Bernhard in Schwäche, spornte ihn an in Trägheit und diente als lebendiges Gedächtnis in Zeiten der Vergessenheit. Als Gerhard im Jahr 1138 das zeitliche Leben verließ, fühlte Bernhard den schmerzlichen Verlust, betete jedoch zu Gott, dass dies keine Trennung, sondern nur ein Vorangehen sei. Ihr Brüderbund, gestärkt durch den Glauben, wird in den Annalen der Klöster als eine inspirierende Geschichte tiefer Verbundenheit und göttlicher Führung verewigt.