Josef von Anchieta

Lebensgeschichte

Heiliger Josef von Anchieta, geboren auf der malerischen Insel Teneriffa im Jahr 1534, wuchs inmitten der raue Natur des Atlantiks auf. Sein Weg führte ihn 1548 an die ehrwürdige Universität von Coimbra, wo die inspirierenden Briefe von Franz Xaver sein Herz für die Mission öffneten. Im Jahre 1551 trat er dem Jesuitenorden bei und wurde 1553 als Missionar nach Brasilien gesandt. In der tropischen Schönheit Brasiliens wirkte Josef als Lehrer in São Salvador da Bahia de Todos os Santos und trug dazu bei, das Licht des Wissens zu verbreiten. 1554 gründete er die Missionsstation Piratininga, aus der die pulsierende Stadt São Paulo erwuchs. Seine Liebe zu den Menschen und sein Erlernen der einheimischen Sprachen ermöglichten ihm, tief in die Herzen der Ureinwohner vorzudringen. In Zeiten der Gefahr, während zweier lebensgefährlicher Reisen, bewahrte ihn seine tiefe Verbindung zu Gott. In einer Zeit der Gefangenschaft schrieb er einen Lobgesang auf Maria in beeindruckenden 2086 Versen, indem er sein Werk zunächst im Sand skizzierte und dann auswendig lernte, um es später zu Papier zu bringen. Josef, 1566 zum Priester geweiht, war eine Brücke zwischen den Kulturen und Religionen. Er vermittelte Frieden zwischen den Indianern und den portugiesischen Kolonialherren und wurde selbst zu einem Symbol der Versöhnung. Als Schriftsteller, Dichter und Sprachforscher schuf er Werke in lateinischer und einheimischer Sprache, die die Botschaft des Glaubens auf einzigartige Weise übermittelten. Auf über 40 Missionsreisen entlang der brasilianischen Küste verkündete er das Evangelium mit Leidenschaft. Als Ordensoberer für die brasilianische Provinz Bahia prägte er von 1577 bis 1588 das geistliche Leben der Region. Sein letzter Weg führte ihn 1591 in das Gebiet von Espírito Santo, wo er erschöpft und ausgezehrt in einem kleinen Dorf den Ruf der Heiligkeit erhielt und in der Liebe zu Gott entschlief. Heiliger Josef von Anchieta, Missionar, Lehrer und Brückenbauer zwischen Kulturen, bleibt ein leuchtendes Vorbild für die Versöhnung und die unermüdliche Verkündigung des Glaubens.