Anna Maria Taigi

Anna Maria Gesualda Antonia Giannetti

Lebensgeschichte

In der malerischen Stadt Siena in Italien wurde am 29. Mai 1769 die zukünftige Mystikerin Anna Maria Giannetti geboren. Als Tochter eines bankrotten Apothekers war ihr Leben von bescheidenen Anfängen geprägt. Im Jahr 1774 zog die Familie nach Rom, wo Anna Maria trotz einer Pockenerkrankung zunächst die Schule der von Rosa Venerini gegründeten "Maestre Pie Venerini" besuchte. Nach einer Phase der Krankheit und dem Verlassen der Schule arbeitete sie in einer Fabrik und später als Dienstmagd im Palazzo Maccarani Stati. Im Jahr 1789 heiratete sie Domenico Taigi, einen Hausknecht mit rauem Charakter. Trotz ärmlichster Bedingungen zog sie sieben Kinder liebevoll auf. Ab 1790 führte Anna Maria Taigi ein Leben der Sühne und Buße. Über 25 Jahre lang erlebte sie Ekstasen, Visionen und mystische Erfahrungen, darunter die Wahrnehmung einer mit der Dornenkrone überzogenen Sonne. Auf dieser Sonne erkannte sie Gestalten und Ereignisse aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Arme und Fürsten, Bischöfe und Päpste suchten ihren Rat, darunter Maria Luisa von Bourbon-Spanien. Anna Marias spiritueller Begleiter war Vinzenz Maria Strambi. Im Jahr 1808 trat sie in den dritten Orden der Trinitarier an der Kirche San Carlo alle Quattro Fontane ein. Ihr Leben endete am 9. Juni 1837 in Rom. Anna Maria Taigi, die ihre einfachen Anfänge durch mystische Erfahrungen und Hingabe an Gott transformierte, wurde zu einer inspirierenden Figur für Gläubige aller Lebenslagen. Ihre Geschichte erinnert daran, dass selbst in den härtesten Lebensumständen das Licht des Glaubens und der Hingabe erstrahlen kann.