Lebensgeschichte
Heilige Ilga von Schwarzenberg, eine demütige Einsiedlerin, wurde im Herzen Vorarlbergs, in Schwarzenberg, geboren. Als Schwester von Merbod von Bregenz und Diedo von Andelsbuch, entschied sich Ilga wie ihre Brüder für ein Leben der Einsamkeit und Hingabe an Gott.
Die Legende erzählt von ihrem tränenreichen Abschied nahe des Lorenapasses im Jahr 1070, als sie sich von ihren Brüdern trennte. An diesem Ort entsprang eine Quelle, die bis heute als "Tafelbrunnen" bekannt ist, und selbst in der Winterkälte nicht gefriert. Ilga trug das Wasser dieser Quelle in ihrer Schürze fort, und unterwegs entsprangen an den Stellen, an denen sie etwas verschüttete, weitere Quellen.
Ihr Weg führte sie zu mildtätigen Menschen, die ihr halfen, eine Klause zu errichten. Selbst dort, als sie den Rest des Wassers aus ihrer Schürze entleerte, entsprang eine neue Quelle. Ilga verbrachte ihr Leben in Gebet und Einsamkeit, und als sie starb, läuteten die Glocken der Kirche von Schwarzenberg von selbst.
Fromme Menschen brachten ihren Leichnam in die Kirche, und über ihrer Klause wurde bald darauf eine Kapelle errichtet. Diese Kapelle, die noch heute steht, ist ein Ort der Hoffnung und Heilung bei Augenleiden, Gicht und offenen Beinen. Im Jahr 1910 wurde die Kapelle durch einen Steinneubau ersetzt.
Die Gebeine der Heiligen Ilga wurden 1749 beim Neubau der Kirche erhoben und werden seitdem in einem Rokokoschrein in der Kirche aufbewahrt. Ihre Geschichte und ihr Wirken sind bis heute ein lebendiges Zeugnis für den Glauben und die Wunder Gottes. Pilger suchen an ihrer Quelle Trost und Heilung, und die Kapelle steht als Zeichen der spirituellen Kraft und Nächstenliebe in Schwarzenberg.