Lebensgeschichte
Heiliger Norbert von Xanten, geboren um 1080 in den Niederlanden oder in Xanten, fand seinen Weg inmitten der Intrigen der weltlichen Macht und der Kirche. Als Subdiakon im Dienst des Erzbischofs von Köln und Hofkapellan von König Heinrich V., begleitete er diesen 1110/11 nach Rom, erlebte die Gefangennahme von Papst Paschalis II. und wurde mit der Möglichkeit belohnt, Bischof von Cambrai zu werden. Doch Norbert lehnte ab, da er reich genug war und das Geld nicht brauchte.
Das Schlüsselerlebnis, das Norberts Sinneswandel einleitete, ereignete sich im Jahr 1115. Während einer Reise von Xanten nach Vreden wurde er vom Pferd geworfen, als ein Blitz in unmittelbarer Nähe einschlug. Dieses Ereignis markierte den Beginn seiner Umkehr, und Norbert gab seine weltlichen Positionen auf, entsagte Reichtum und Privilegien und wandte sich einem Leben der Buße zu.
Nach seiner Priesterweihe in Köln im Jahr 1115 predigte Norbert als Bußprediger durch Flandern und den Hennegau. Barfuß, Frieden stiftend und Dämonen austreibend zog er durch Städte und Dörfer, was beim Volk Begeisterung, aber bei der Obrigkeit Kritik auslöste. Auf der Synode in Fritzlar wurde er 1118 angeklagt, verteidigte sich jedoch mit dem Vorbild der Apostel.
Norberts spirituelle Reise führte ihn nach Siegburg und schließlich zum Benediktinerkloster St. Michael, wo er das klösterliche Leben kennenlernte. In Kerkrade erlebte er eine strenge Form des Klosterlebens und schätzte die Schriften des heiligen Augustinus. Im Jahr 1115 gründete er das Kloster Prémontré, das den Anfang des Prämonstratenserordens markierte.
Nach seiner Berufung zum Erzbischof von Magdeburg im Jahr 1126 und der Bestätigung durch Papst Honorius II. leitete Norbert eine innere Erneuerung in seiner Diözese ein. Er reformierte Klöster, gründete weitere und widmete sich der Mission unter den Wenden und Slawen. Seine beharrliche Geduld überwand Widerstände, und seine reformatorischen Bemühungen trugen Früchte.
Norberts letzte Jahre waren von enger Freundschaft mit König Lothar III. geprägt. Als stellvertretender Kanzler des Reiches für Italien begleitete er 1132/33 König Lothar nach Rom, wo dieser zum Kaiser gekrönt wurde. Geschwächt von einer Malaria-Infektion, kehrte Norbert nach Magdeburg zurück und verstarb kurz darauf am 6. Juni 1134. Sein Vermächtnis lebt im Prämonstratenserorden und in der Erneuerung der Kirche fort.