Lebensgeschichte
Heiliger Bernhard Lichtenberg, geboren im polnischen Ohlau, entfaltete sein Leben als Priester und Märtyrer im Schatten der bedrückenden Zeit des Nationalsozialismus. Als ältester Sohn einer katholischen Kaufmannsfamilie studierte er Theologie an den renommierten theologischen Fakultäten in Innsbruck und Breslau.
Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1899 begann sein pastoraler Dienst, der ihn zunächst als Pfarrer nach Berlin-Lichtenberg und später nach Berlin-Charlottenburg führte. Dort setzte er sich als Abgeordneter der Zentrumspartei mutig gegen die aufkommende Bedrohung durch den Nationalsozialismus ein und lieferte sich Rededuelle mit Joseph Goebbels.
In den turbulenten Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs zeichnete sich Lichtenberg durch seinen öffentlichen Widerstand gegen das Unrecht des Regimes aus. Als Dompropst für Berlin betete er nach der Reichspogromnacht 1938 öffentlich für die verfolgten Juden. Sein Einsatz für nichtarische Christen und Juden führte dazu, dass er 1941 wegen "Heimtückegesetz" und Kanzelmissbrauch zu Haft verurteilt wurde.
Im Gefängnis in Berlin-Tegel ertrug der bereits kranke Lichtenberg seine Strafe. Nach seiner Entlassung wurde er erneut verhaftet und sollte ins KZ Dachau überführt werden. Auf dem Weg dorthin verstarb er völlig entkräftet im Krankenhaus in Hof.
Seine Gebeine wurden 1965 in die Krypta der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale überführt, und 2004 wurde er von Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" anerkannt. Das Erzbistum Berlin strebt nun seine Heiligsprechung an, und ein Gemeindehaus in der renovierten St.-Hedwigs-Kathedrale soll seinen Namen tragen. Die Geschichte des Heiligen Bernhard Lichtenberg ermutigt uns dazu, selbst in dunkelsten Zeiten für Gerechtigkeit, Nächstenliebe und den Glauben einzustehen.