Lebensgeschichte
Heiliger Petrus Chrysologus, geboren in Imola um das Jahr 390, wurde zum strahlenden Licht der Kirche als Erzbischof von Ravenna und herausragender Kirchenlehrer. Sein geistiges Erbe erstreckt sich von den einfachen Wurzeln in seiner Heimatstadt Imola bis zu den prächtigen Hallen des erzbischöflichen Palastes in Ravenna.
In seiner Jugend weihte man ihn in seiner Heimatstadt Imola zum Priester, und bald darauf wurde er Erzdiakon an der Kathedrale San Lorenzo. Die Berufung zum Bischof kam 424 oder 429, als ihn der römische Bischof Coelestin I. zum Bischof weihte und ihn 431 als Metropolit von Ravenna einsetzte. Unter seiner Führung wurde Ravenna nicht nur zum spirituellen Zentrum, sondern auch zur Hauptstadt des Weströmischen Reiches.
Petrus Chrysologus, der den Ehrennamen "Goldredner" trug, pflegte eine einzigartige Art der Predigt. Seine geistreichen und zugleich volkstümlichen Predigten, die oft nicht länger als 15 Minuten dauerten, machten ihn zu einem hochgeschätzten Kirchenlehrer. Sein Engagement für die Verkündigung des Evangeliums erstreckte sich über eine Vielzahl von Themen, von der Auslegung neutestamentlicher Texte bis zu Erläuterungen zu den Festen des Kirchenjahres.
Selbst am kaiserlichen Hof übte Petrus großen Einfluss aus, doch seine wahre Macht lag in seiner Demut und geistlichen Tiefe. In heißen Sommertagen gönnte er sich "Predigtferien", um die geistliche Frische zu bewahren.
Als Petrus Chrysologus spürte, dass sein Leben dem Ende zuging, kehrte er dem prachtvollen Erzbischöflichen Palast den Rücken und begab sich zur letzten Ruhe in seine Geburtsstadt Imola. Hier, in der Krypta der Kathedrale, ruht er nun, ein leuchtendes Beispiel der Hingabe und ein lebendiges Vermächtnis für die Gläubigen, die seine Werke und seine Lehren schätzen.