Lebensgeschichte
In dem beschaulichen Kempen am Niederrhein sah Thomas Hemerken im Jahre 1380 das Licht der Welt. Bereits im zarten Alter von zwölf Jahren fand er den Weg zum Konvikt der "Brüder vom gemeinsamen Leben" in Deventer, wo er die Keimzelle der "Devotio moderna" erlebte. Seine Sehnsucht nach einem praktischen Christentum, das sich durch liebende Werke in der Welt auszeichnet, wurde in dieser Frömmigkeitsbewegung genährt.
Als Augustiner-Chorherr trat Thomas unter dem Ordensnamen Donat 1399 in das Kloster Sint Agnietenberg bei Zwolle ein. Die Jahre formten ihn zum Priester, und sein Weg führte ihn mehrfach zum Prior des Klosters. Er galt als herausragender Vertreter der "Devotio moderna", einer Bewegung, die dem klösterlichen Ideal ein Leben der helfenden Liebe vorzog.
Thomas von Kempen wurde nicht nur Prior, sondern auch Novizenmeister, der seine Mitbrüder in die tiefen Pfade des Glaubens führte. Sein Vermächtnis spiegelt sich in berühmten Schriften wider, darunter die vier Bücher der "Imitatio Christi". Diese zeitlosen Werke zur nachahmenden Nachfolge Christi prägten Generationen von Gläubigen.
Thomas verstarb am 25. Juli 1471 im Kloster Agnetenberg in Zwolle. Seine Gebeine wurden nach seinem Tod nach Zwolle überführt, und seit 1965 ruhen sie in der St.-Michaels-Kirche. Die Kanonisation wurde mehrfach eingeleitet, jedoch nie abgeschlossen.
Heiliger Thomas von Kempen, Patron von Kempen, dessen "Nachfolge Christi" als eines der meistübersetzten Werke der Weltliteratur gilt, hinterließ uns nicht nur tiefgehende Einsichten in das spirituelle Leben, sondern auch eine Lehre, die uns lehrt, alles auf Gott als unser letztes Ziel zu beziehen. Seine Worte, geprägt von Weisheit und Liebe zu Gott, sind auch heute noch eine Quelle der Inspiration und Erbauung für Gläubige weltweit.