Lebensgeschichte
Die heilige Christina Mirabilis, geboren im malerischen Brustem in der Nähe von St. Truyen in der Diözese Lüttich, erlebte eine außergewöhnliche Jugend. Nach dem frühen Verlust ihrer Eltern hütete sie die Schafe auf den Feldern, während ihre beiden Schwestern unterschiedliche Verantwortungen übernahmen. In der stillen Einsamkeit des Feldes spürte sie die Anziehungskraft des göttlichen Heilands, der sie mit reichlichen Gnaden segnete und sie zu seiner Braut erwählte.
Durch innere Übungen schwanden ihre Kräfte, bis sie schließlich starb. Doch nach dem Tod sah sie sich an der Seite eines Engels, der sie durch das Fegefeuer, die Hölle und schließlich zu Christus ins Paradies führte. Die Begegnung mit dem göttlichen Heiland war von großer Milde und Freundlichkeit geprägt, und sie durfte wählen, ob sie im Paradies bleiben oder ins Leben zurückkehren möchte, um für die armen Seelen im Fegefeuer zu büßen. Aus barmherziger Liebe wählte sie Letzteres.
Christina erwachte aus dem Tod, als ihre sterbliche Hülle in der Kirche war und der Priester gerade das heilige Opfer darbrachte. Ein Schrecken durchfuhr die Anwesenden, als sie von der Bahre aufstand und wie ein Vogel emporstieg. Von nun an bewegte sie sich leichtfüßig an erhabenen Orten wie Bäumen und Kirchtürmen, kehrte nur für Bußzeiten in die Niederungen zurück und ertrug dabei furchtbare Qualen ohne Schaden zu nehmen.
Die Wunder um Christina häuften sich: sie schaute in verborgene Dinge, besaß den Geist der Weissagung, und ihre Nahrung bestand vorwiegend aus der heiligen Kommunion. Schließlich starb sie zum zweiten Mal im Jahr 1224 und wurde in der Klosterkirche der heiligen Katharina in der Nähe ihrer Heimatstadt begraben.
Die erstaunliche Lebensgeschichte der heiligen Christina Mirabilis fasziniert und erweckt Bewunderung für ihre tiefe Verbindung zu Gott und ihre aufopfernde Liebe zu den armen Seelen. Ihre Wunder und Opferbereitschaft sind nicht nur durch glaubwürdige Augenzeugen, sondern auch durch die überlieferte Geschichte dokumentiert, die uns dazu inspiriert, die Bedeutung von Nächstenliebe und Buße in unserem eigenen Leben zu erforschen.