Lebensgeschichte
In den malerischen Gassen von Sevilla, im Jahr 268, erblickte die heilige Justa das Licht der Welt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Rufina, Tochter eines heimlich christlichen Töpfers, durchstreifte sie die Straßen der Stadt, ihre Herzen erfüllt von Nächstenliebe und dem festen Glauben an Christus.
Ihre Geschichte, geprägt von Großzügigkeit und christlicher Hingabe, nahm eine Wendung, als eine Prozession zu Ehren der Göttin Salambo geplant wurde. Die Schwestern, unbeirrbar in ihrem christlichen Glauben, weigerten sich nicht nur, dem heidnischen Fest beizutreten, sondern wagten es sogar, die Statue der Göttin zu zerstören.
Diogenian, der Statthalter, ergrimmte und ließ die beiden Schwestern gefangen nehmen. Im Verließ des ehemaligen Seminars der Salesianer de la Trinidad erlitten sie Hunger, Durst und grausame Folterungen mit eisernen Haken. Ihr Widerstand gegen die Götzenverehrung und ihre Beharrlichkeit im Glauben wurden auf schmerzvolle Weise erprobt.
Justa verstarb im Gefängnis, ihr Leichnam wurde in einen Brunnen geworfen. Doch die Gnade Gottes wirkte durch den Bischof von Sevilla, Sabinus, der ihre Überreste barg und sie neben ihrer Schwester Rufina bestatten ließ.
Die Verehrung von Justa und Rufina breitete sich aus, besonders in Andalusien und bei den Westgoten. Trotz des Beschlusses des Konzils von Elvira um 301, der die Zerstörung heidnischer Idole nicht mehr als Martyrium wertete, blieb ihre Verehrung stark. König Ferdinand III. errichtete eine Kirche über der vermeintlichen Stätte ihres Martyriums in Sevilla, die Kirche San Nicolás.
Die beiden Schwestern gelten als Beschützerinnen der Kathedrale von Sevilla und ihrer imposanten "Giralda". Die Legende erzählt, dass die Turmspitze von Justa und Rufina vor den Erdbeben von 1508 und 1755 bewahrt wurde, was ihre Verehrung weiter verstärkte. Als Sterne über Orihuela erscheinend, wurden sie auch dort zu Patroninnen nach der Rückeroberung der Stadt von den Muslimen im Jahr 1296.
Die Geschichte der heiligen Justa ist ein strahlendes Beispiel für den unerschütterlichen Glauben und die Hingabe an Christus, der selbst durch die schwersten Prüfungen leuchtet. Ihr Patronat über Sevilla und Orihuela erinnert die Gläubigen daran, dass die Liebe zu Christus stark genug ist, um selbst die festesten Turmspitzen zu schützen.