Hedwig von Polen

Lebensgeschichte

Heilige Hedwig von Polen, geboren als Jadwiga, erlebte eine Jugend, die von königlichem Glanz und göttlicher Führung geprägt war. Als jüngste Tochter des mächtigen Königs Ludwig von Anjou "dem Großen" und der gottesfürchtigen Elisabeth erblickte sie im ungarischen Exil das Licht der Welt. Schon früh war ihr Schicksal vorbestimmt, als sie mit Wilhelm, dem Sohn des österreichischen Herzogs Leopold III., verlobt wurde. Doch das Wirken Gottes änderte ihren Lebensweg, als nach dem Tod ihres Vaters 1382 der Ehevertrag gelöst wurde und sie 1384 als Königin von Polen in Krakau gekrönt wurde. Eine mystische Begegnung auf dem Wawel, dem königlichen Schloss in Krakau, offenbarte ihr göttliche Pläne. In einer nächtlichen Flucht, die von einer höheren Macht vereitelt wurde, hörte sie ihren Namen gerufen und fand im Schein des schwarzen Kreuzes mit dem schwarzen Christus in der Kathedrale eine göttliche Botschaft: Sie sollte den litauischen Großfürsten Jagiello heiraten und Litauen missionieren. Gehorsam folgte sie diesem göttlichen Auftrag, heiratete Jagiello und trug entscheidend zur Christianisierung Litauens bei. Als Königin von Polen zeichnete sich Hedwig durch ihre tiefe Frömmigkeit aus. Ihre Liebe zu den Armen und Kranken, der Aufbau von Kirchen und Klöstern sowie die Gründung des Bistums Wilna/Vilnius und der theologischen Fakultät in Krakau waren Ausdruck ihres christlichen Engagements. Ihr Leben erreichte seinen Höhepunkt im Dienst an Gott und den Mitmenschen. Im Juli 1399, nach der Geburt und dem Verlust ihrer Tochter, verließ die heilige Hedwig diese Welt. Ihr Vermächtnis lebt weiter in der polnischen Geschichte, und die Gläubigen erinnern sich an sie als eine Königin, deren Herz von göttlicher Liebe erfüllt war.