Kamillus von Lellis

Lebensgeschichte

In den sonnengetränkten Hügeln von Bucchianico bei Chieti in Italien wurde am 25. Mai 1550 ein besonderes Licht geboren: Kamillus von Lellis, Sohn eines kaiserlichen Offiziers. Doch das Glück des jungen Kamillus sollte von den Schatten der Welt überschattet werden. Früh verwaist und vernachlässigt wuchs er auf und fand Trost im Dienst als Landsknecht. In den Diensten der Venezianer kämpfte Kamillus 1569 bis 1574 gegen die Türken. Doch das Kriegsleben erweckte nicht nur seinen Heldenmut, sondern auch seine Leidenschaft für das Glücksspiel. Bald führte der Weg der Spielsucht zur Armut. Eine unheilbare Wunde am Fuß zwang ihn zum Rückzug aus dem Militärdienst. In einem Krankenhaus für Unheilbare in Rom, dem Ospedale San Giacomo degli Incurabili, fand er jedoch einen neuen Weg. Nach einer bekehrten Phase bei den Kapuzinern, entschied sich Kamillus, Priester zu werden. Die mystischen Begegnungen mit dem gekreuzigten Christus prägten seine Frömmigkeit. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete er 1582 die "Kamillianer". Die "Krankenbrüder", wie sie genannt wurden, gelobten, selbst unter Lebensgefahr, den Kranken zu dienen. Die päpstliche Bestätigung durch Sixtus V. im Jahr 1586 führte zur Erhebung der Kongregation zum Orden durch Gregor XIV. 1591. Kamillus wurde zum ersten Obere der "Kamillianer" ernannt. Seine Liebe zu den Kranken und seine spirituelle Hingabe prägten die Entwicklung des Ordens, der sich rasch in ganz Italien verbreitete. In den letzten Jahren seines Lebens litt Kamillus zunehmend unter Krankheiten, aber immer, wenn es ihm möglich war, stand er aus seinem Bett auf, um die Kranken zu besuchen. Während einer bewegenden Rede vor seinen Brüdern verstarb er am 14. Juli 1614. Kamillus von Lellis, der in der Kirche Santa Maria Maddalena in Rom bestattet wurde, wurde am 7. April 1742 selig- und am 29. Juni 1746 heiliggesprochen. Papst Leo XIII. ernannte ihn 1886 zusammen mit Johannes von Gott zum Patron der Kranken und Krankenhäuser. Kamillus' Erbe lebt in den "Kamillianern" fort, die unermüdlich den Dienst an den Kranken leisten, getreu dem spirituellen Vermächtnis ihres heiligen Gründers.

Zitate

„Die Krankheit zeigt uns, wer wir wirklich sind.“
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„Legt eure Herzen in eure Hände.“
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„Jeder sollte sich strikt davor hüten, den armen Kranken mit Geringschätzung oder lieblosen Worten zu begegnen. Stattdessen sollte man sie mit Geduld und Liebe behandeln. Denn der Herr hat gesagt: "Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan" (Matthäusevangelium 25, 40). Daher sollte jeder im Kranken die Person des Herrn erkennen.“
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„Eine Frömmigkeit, die die Werke der Nächstenliebe vernachlässigt, ist verkehrt. Für mich gibt es eine Frömmigkeit der Tat, die die Arbeit zum Gebet macht... Der Herr wünscht von uns Taten der Liebe. Mir ist es lieber, wenn sich ein Ordensmann für den Ruf zu einem Sterbenden bereithält, als wenn er in Verzückung in seiner Zelle sitzt.“
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„Denke gut, sprich gut, handle gut: Diese drei öffnen - mit der Gnade Gottes - dem Menschen den Himmel.“
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