Johannes Gualbertus

Lebensgeschichte

Heiliger Johannes Gualbertus wurde am 24. Juni 995 im malerischen Schloss Petroio in Tavarnelle Val di Pesa, heute ein Ortsteil von Barberino Tavarnelle bei Florenz in Italien, als Kind einer Adelsfamilie geboren. Sein Leben nahm eine entscheidende Wendung durch ein tragisches Ereignis: der Mord an seinem Bruder. In seiner Suche nach Rache fand er den Mörder, der reuig vor ihm niederkniete. In einem göttlichen Moment der Gnade vergab Johannes und verzichtete darauf, den Mörder zu töten. Dieses erleuchtende Ereignis führte dazu, dass sich Johannes Gualbertus im Alter von 18 Jahren dazu entschied, sein Leben vollständig dem Dienst Jesu zu widmen. Er trat in das Benediktinerkloster San Miniato al Monte in Florenz ein, verließ es jedoch 1035 aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Abtseinsetzung. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Einsiedelei Camáldoli gründete er 1036 eine eigene Einsiedelei in Vallombrosa. Die strenge Einhaltung der Ordensregeln und die klare Trennung zwischen Chormönchen und Laienbrüdern prägten das monastische Leben unter Johannes' Führung. Sein Engagement für die Reform und Gründung weiterer Klöster in der Toskana führte zur Entstehung des Ordens der Vallombrosaner. Johannes Gualbertus kämpfte energisch gegen die Simonie, insbesondere gegen den Florentiner Erzbischof Pietro Mezzabarba, und setzte sich für die strikte Einhaltung seiner Ordensregel ein. Auf einer Visitationsreise starb er am 12. Juli 1073 und wurde in der Kirche in Passignano beigesetzt. An seinem Grab in Passignano ereigneten sich angeblich zahlreiche Wunder, und seine Lehren inspirierten die Gründung von Kapellen rund um das Kloster Vallombrosa. Der Heilige Johannes Gualbertus wurde am 24. Oktober 1193 durch Papst Coelestin III. heiliggesprochen und wird als Patron der Forstleute und Waldarbeiter verehrt. Seine Worte über die Liebe und die Bedeutung der Einheit unter den Brüdern bleiben als zeitlose Weisheit erhalten.

Zitate

„Nach meinem Tod soll eure Sorge sich auf Herrn Rudolf stützen, damit die Liebe unverletzt bleibt. Lebt wohl!“
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„Die Glut der Liebe ertragen Schlechte nicht lange. Unser Herr sagt: 'Die Liebe wird bei vielen erkalten.' (Matthäus 24, 12). Um die Liebe zu bewahren, ist die Einheit unter Brüdern wichtig, die unter der Führung eines einzigen Mannes entsteht. Wie ein Fluss vertrocknet, wenn er sich in viele Rinnsale teilt, verliert auch die Einheit ihre Kraft, wenn sie sich in verschiedene Richtungen zerstreut.“
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„Ein Hochmütiger glaubt, Liebe sei da, wenn man äußerlich in Gemeinschaft lebt. Der heilige Gregor warnt vor dieser Täuschung: 'Der liebt Gott vollkommen, der von seinem Besitz nichts für sich zurückhält.' Über die Liebe im Detail zu sprechen, fällt schwer, denn alle Gebote entspringen dieser Wurzel.“
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„Die Liebe, eine Kraft, die den Schöpfer drängte, die Welt zu erschaffen. Ein neues Gebot gab er den Aposteln: 'Liebt einander!' (Johannes 13, 34) Jakobus mahnt: 'Wer ein Gebot missachtet, verstößt gegen das ganze Gesetz.' (Jakobus 2, 10) Der heilige Petrus sagt: 'Die Liebe deckt viele Sünden zu.' (1. Petrus 4, 8).“
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„In meinem langen Leiden erwarte ich täglich, dass Gott meine Seele heimruft und mein Körper zum Staub zurückkehrt. Überlegt, gleichsam stillschweigend von hier hinüberzugehen. Doch mein Name und meine Stellung hier bewegen mich, euch über das Band der Liebe zu berichten.“
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