Lebensgeschichte
Heiliger Kilian von Würzburg, geboren im idyllischen Mullagh bei Cavan, Irland, entstammte einer vornehmen iroschottischen Familie. Früh schloss er sich der Klosterregel von Kolumban an, vertiefte sein Wissen und widmete sich zunächst der Einsamkeit. Gemeinsam mit 12 Mitstreitern zog er als Glaubensbote nach Germanien.
Die Reise führte Kilian den Rhein und Main entlang bis nach Aschaffenburg, doch die malerische Lage von Würzburg fesselte sein Herz, und er beschloss, dort zu bleiben. Seine Anziehungskraft beruhte nicht nur auf seinem Glaubenszeugnis, sondern auch auf praktischen Fähigkeiten in Landwirtschaft und Handwerk.
Kilians Einfluss wuchs, und viele Germanen ließen sich taufen, darunter Herzog Gozbert. 686 erhielt Kilian in Rom die Bischofsweihe, bestätigt von Papst Konon. Doch sein Einsatz für den Glauben brachte ihn in Konflikt mit Herzog Gozbert, als er dessen Lebenswandel kritisierte.
Die Tragödie erreichte ihren Höhepunkt, als Kilian von Gozberts Ehe mit Gailana abriet. Im Jahr 689, während Gozbert auf einem Kriegszug war, wurden Kilian und seine Gefährten Kolonat und Totnan beim nächtlichen Gebet überfallen. Die Märtyrer streckten den Angreifern die Bibel entgegen, aber die Täter waren unbeeindruckt.
Kilians Leiche und die seiner Gefährten wurden verscharrt, und über ihrem Grab errichtete man einen Pferdestall. Doch die Pferde mieden den Ort. Als Gozbert von den geständigen Mördern die Tat erfuhr, wurden die Heiligen 689 aufgefunden. Die Täter starben im Wahnsinn, und das Volk wandte sich dem Christentum zu.
Die Reliquien wurden erhoben und in die Kirche St. Burkhard überführt. Kilian wurde zum Apostel des Frankenlandes und zum Reichsheiligen erhoben. Seine Verehrung erstreckte sich bis nach Irland. Bis heute pilgern Gläubige am Kilians-Tag nach Würzburg, wo sein Erbe lebendig bleibt.