Lebensgeschichte
Heiliger Goar, ein Priester und Einsiedler, wurde um das Jahr 495 in Aquitanien, Frankreich, in eine vornehme Familie geboren. Im Alter von 24 Jahren, bereits zum Priester geweiht, begab er sich an den Rhein und erbaute um 511 mit der Erlaubnis des Bischofs von Trier eine Zelle am Ort, der heute nach ihm benannt ist - St. Goar bei Koblenz in Rheinland-Pfalz.
In seiner Einsiedelei kümmerte sich Goar um Arme und Kranke, pflegte und ernährte sie. Sein Ruf verbreitete sich schnell, und die Legenden umranken sein Leben mit zahlreichen Wundertaten. Er soll einen Teufel getreten haben, der ihm Verleumdungen zuschrieb, zwei Priester vor dem Hungertod gerettet haben und sogar ein Schiff vor dem Untergang bewahrt haben.
Bekannt für seine Gastfreundschaft und Leidenschaft für Essen und guten Wein, wurde Goar zum Patron der Töpfer. Aus seiner Heimat brachte er französische Reben an den Rhein und bewirkte sogar, dass kein Tropfen Wein aus dem Fass entwich, trotz eines offen stehenden Spundlochs.
Obwohl er die Möglichkeit hatte, Bischof von Trier zu werden, entschied sich Goar, seine Einsiedelei nicht zu verlassen. Die Legende erzählt, dass Gott seine Gebete erhörte und ihn krank werden ließ. Sieben Jahre lag er unbeweglich im Bett, bevor er im Jahr 575 in die Ewigkeit einging.
Im Jahr 765 übergab Pippin der Jüngere dem Abt von Prüm das Eigentum an Goars Zelle und der von ihm errichteten Kapelle. Das spätere Stift für Chorherren wurde im Zuge der Reformation im Jahr 1527 aufgehoben. Die Verehrung des Heiligen Goar führte zur Errichtung einer Basilika, in die später seine Gebeine überführt wurden. Die Stadt St. Goar wuchs durch die große Verehrung und zahlreiche Wallfahrten im Spätmittelalter.