Lebensgeschichte
Kaiser Konstantin der Große, geboren um das Jahr 285 in Naissus (heute Niš, Serbien), wuchs in den Wirren des römischen Reiches auf. Als Sohn von Kaiser Konstantius I. und Helena, seiner Konkubine, erlebte er politische Intrigen und Unsicherheiten. Im Jahr 293 wurde er als Geisel zum Hof von Kaiser Diokletian in Nikomedia (heute Ízmit, Türkei) gebracht.
Nach dem Tod seines Vaters 306 ergriff der 33-jährige Konstantin die Gelegenheit und ließ sich von den Truppen zum Kaiser ausrufen. Dies markierte den Beginn seines kaiserlichen Aufstiegs. Seine Siege, darunter der bemerkenswerte Erfolg an der Milvischen Brücke 312 gegen Maxentius, festigten seine Position. Die Nacht vor dieser Schlacht soll er die Vision des Christus-Monogramms gehabt haben, mit den Worten "In hoc signo vinces" – "In diesem Zeichen wirst du siegen".
Konstantin trat für die Religionsfreiheit ein und unterzeichnete 313 mit Licinius das Mailänder Edikt, das allen Bürgern freie Religionsausübung gestattete. Der Kaiser, der sich selbst als Bischof für alle Menschen bezeichnete, gab den christlichen Bischöfen richterliche Befugnisse und förderte das Christentum aktiv. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325, das er einberief, brachte grundlegende Entscheidungen für die christliche Lehre.
Trotz seiner Maßnahmen zur Stärkung des Christentums war Konstantin in seinem Glauben nicht eindeutig. Seine Taufe fand erst auf dem Totenbett statt, durch Bischof Eusebios von Nikomedia. Die Legende von seiner Taufe durch Papst Silvester erwies sich als unrichtig.
Konstantins Macht erstreckte sich über das gesamte römische Reich, und er verlegte den Regierungssitz nach Konstantinopel im Jahr 330. Sein Tod im Jahr 337 beendete eine Ära, die das Christentum prägte, auch wenn sein persönlicher Glaube von historischen Fragezeichen begleitet wird. Heute wird er in der Orthodoxen Kirche als "Apostelgleicher" verehrt.