Lebensgeschichte
Heiliger Ivo Hélory, geboren im malerischen Minihy-Tréguier in der Bretagne, Frankreich, erlebte seine Jugendjahre im Zeichen des Glaubens. Schon früh spürte er die Berufung zum geistlichen Leben und begab sich im Alter von 14 Jahren nach Paris, um Recht, Philosophie und Theologie zu studieren.
Im Jahr 1280 begann er seine berufliche Laufbahn als "Offizial" des Bischofs von Rennes und setzte diese bedeutende Tätigkeit ab 1284 in Tréguier fort. Als eine Art Richter übte er seine Aufgaben mutig und unbestechlich aus, und sein Ruf als "Anwalt der Armen" verbreitete sich weit über die Grenzen der Region hinaus.
Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1284 wirkte Ivo als Pfarrer in verschiedenen Dörfern. Doch nach 13 Jahren kehrte er zu seinen Wurzeln nach Kermartin zurück. Hier widmete er sich voll und ganz dem Einsatz für die Armen und Unterdrückten vor weltlichen und geistlichen Gerichten. Seine asketische Haltung und selbstlose Tatkraft zeichneten ihn aus.
Im Jahr 1300 übernahm er noch einmal das Amt des Offizials in Tréguier. Sein Einsatz für die Bedürftigen und seine Unbestechlichkeit blieben unvermindert stark. Ivo Hélory wurde nicht nur für seine juristischen Fähigkeiten geschätzt, sondern vor allem für seine liebevolle Sorge für die Schwachen.
Sein Ruf als "Anwalt, aber kein Gauner" wurde durch eine beeindruckende Grabinschrift geprägt. Verzweifelte Rechtssuchende pilgerten zu seinem Grab, und juristische Fakultäten wählten ihn zu ihrem Patron. Ivo-Bruderschaften entstanden, die sich für Rechtsschutz und die Vertretung der Armen einsetzten, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Italien, Spanien und sogar in Brasilien.
Heiliger Ivo Hélory, dessen Gebeine in der Kathedrale von Tréguier ruhen, bleibt ein Vorbild für Rechtschaffenheit, Nächstenliebe und den mutigen Einsatz für Gerechtigkeit. Sein Erbe lebt in den Ivo-Bruderschaften weiter, die sein Vermächtnis der Hilfe für die Bedürftigen und der Suche nach Gerechtigkeit in der Welt fortführen.