Gordianus

Lebensgeschichte

In den dunklen Tagen des 4. Jahrhunderts wurde Gordianus, ein Jüngling von tiefer Glaubensstärke, in den Wirren der Christenverfolgungen unter Kaiser Julian "Apostata" in Rom geboren. Sein Leben wurde zu einem lebendigen Zeugnis des christlichen Martyriums. Gordianus gehörte einer Familie an, die dem christlichen Glauben fest verbunden war. Unter dem Befehl des rücksichtslosen Statthalters Apronianus wurde seine Familie getauft, doch diese Entscheidung brachte eine schreckliche Verfolgung über sie. Inmitten dieser Prüfungen blieb Gordianus standhaft im Glauben. Der Legende nach wurde Gordianus auf grausame Weise enthauptet, nachdem er sich nicht von seinem christlichen Überzeugungen abbringen ließ. Sein junger Leib wurde den Hunden überlassen, doch ein Wunder hielt die Unversehrtheit seiner Überreste bis zur Bestattung fest. Die Katakomben des Gordianus und Epimachus an der Via Latina wurden zum Ort der Verehrung für diesen jungen Märtyrer. Die Grabinschrift aus dem 5./6. Jahrhundert zeugt von seiner Bedeutung, und die Pilger des 6. Jahrhunderts berichten, dass seine Gebeine unter dem Hauptaltar der Kirche ruhten, die Epimachus gewidmet war. Im 9. bis 12. Jahrhundert wurden in den Katakomben von Marcellinus und Petrus gefälschte Reliquien gezeigt, während die wahren Überreste von Gordianus und Epimachus im Laufe der Zeit Verehrung und Pilgerschaft erfuhren. Königin Hildegard brachte Reliquien nach Kempten, und Papst Paschalis I. überführte sie um 820 nach Santa Prassede in Rom. Heiliger Gordianus, ein unerschrockener Märtyrer, bleibt uns als leuchtendes Beispiel der Treue zum Glauben, selbst inmitten der schlimmsten Verfolgungen. Seine Geschichte erinnert uns daran, dass das Licht des Glaubens auch in den dunkelsten Stunden leuchtet und dass die Märtyrer uns einen Weg der Hoffnung hinterlassen.