Theresia Gerhardinger

Lebensgeschichte

Heilige Maria Theresia von Jesus Gerhardinger, geboren als Karolina in Stadtamhof bei Regensburg, Bayern, erlebte ihre Berufung zur Lehre und Erziehung bereits in jungen Jahren. Als Hilfslehrerin begann sie im Alter von zwölf Jahren ihren Dienst, und mit 15 Jahren wurde sie königliche Lehrerin an der Mädchenschule in Stadtamhof. In einem Gespräch mit dem späteren Bischof Georg Michael Wittmann im Jahr 1815 äußerte sie den Wunsch nach einem klösterlichen Leben, das auf zeitgemäße Weise die Erziehung und den Unterricht für junge Frauen fördern sollte. Dies führte dazu, dass sie 1833 mit zwei Gefährtinnen nach Neunburg vorm Wald ging, um dort ein klösterliches Leben zu gründen. Obwohl der Magistrat von Stadtamhof gegen die Klostergründung war, erhielt Karolina Gerhardinger 1834 die Genehmigung von König Ludwig I. von Bayern für die Gründung der "Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau". Im Jahr 1835 legte sie in Regensburg ihre Ordensgelübde ab und nahm den Namen "Maria Theresia von Jesus" an. Sie wurde Oberin des neuen Instituts und leitete eine Schule in Neunburg vorm Wald, die bald als Musterschule für ihren modernen Ansatz in der Erziehung bekannt wurde. Im Jahr 1843 übergab König Ludwig I. dem Institut das ehemalige Kloster "am Anger" der Klarissen in München als neues Mutterhaus. Unter der Führung von Maria Theresia breitete sich die Kongregation schnell in vielen Ländern aus. Papst Pius IX. bestätigte 1865 die von ihr ausgearbeitete Satzung der "Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau". Maria Theresia von Jesus begab sich 1847 sogar nach Nordamerika, um sieben Schulgründungen vorzubereiten. Sie überwand mehr als 4000 Kilometer, teilweise im Ochsenkarren. Ihr Engagement wurde 1865 durch die päpstliche Anerkennung gewürdigt, die ihr als Generaloberin die zentrale Leitung ihrer Gemeinschaft zusprach, eine Position, die bisher nur männlichen Orden vorbehalten war. Maria Theresia verstarb am 9. Mai 1879 im Mutterhaus in München und wurde in der Klostergruft beigesetzt. Zu dieser Zeit existierten bereits 166 Niederlassungen des Ordens in Europa und 125 in Nordamerika. Ihre Gebeine wurden 1985 in die Grabkapelle der Institutskirche St. Jakob am Anger in München überführt. Die Grabplatte trägt ihr Leitwort: "Alle Werke Gottes gehen leidvoll." Im Jahr 1998 wurde ihre Büste in der Walhalla in Donaustauf aufgestellt, um ihre bahnbrechende Arbeit im Erziehungs- und Bildungswesen zu würdigen. Maria Theresia von Jesus Gerhardinger, die Gründerin der Armen Schulschwestern, bleibt eine inspirierende Figur im Bereich der Erziehung und Lehre weltweit. Ihre Hingabe und Innovation haben einen bleibenden Einfluss auf das Leben vieler Menschen.

Zitate

„Alle Werke Gottes entwickeln sich langsam und durch Leiden, aber dann stehen sie umso fester und blühen umso herrlicher.“
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„Kinderseelen sind uns gleich, ob sie in der Stadt oder auf dem Land uns anvertraut werden. Alle sind Gottes Ebenbild, durch Jesu Blut erlöst und für den Himmel bestimmt.“
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„Je mehr man versucht, die Schulen der Kirche zu entfremden, desto mehr sollten wir Ordenspersonen, solange wir Schulen haben, die Religion kurz, aber herzlich vermitteln. Dabei sollten wir uns von allem Sonderbaren fernhalten, wie zum Beispiel dem Aufstellen von Altären oder Krippen in der Schule“
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