Arbeo von Freising

Lebensgeschichte

In den malerischen Gefilden von Klais bei Mittenwald, unter der Anleitung von Bischof Erimbert von Freising, erhielt Arbeo eine umfassende Ausbildung. Als Bruder von Korbinian trat er in den Benediktinerorden ein, stieg zum Priester und Notar auf. Im Jahre 763 wurde er zum ersten Abt des Klosters Scharnitz ernannt, das später nach Schlehdorf am Kochelsee verlegt wurde. Bischof von Freising wurde Arbeo im Jahr 764, und unter seiner Führung florierte die Diözese. Er gründete das Kloster der Benediktiner in Schäftlarn im Jahr 762 sowie das Kloster in Innichen im Pustertal, das Candidus und Korbinian geweiht war, im Jahr 769. Auch das Kloster Schliersee in Oberbayern entstand durch sein Wirken um 768. Arbeo, ein Förderer der Bildung, stärkte die Domschule und die Bibliothek in Freising. Als Verfasser des ersten lateinisch-deutschen Wörterbuchs, Übersetzer von Bibeltexten ins Althochdeutsche und Biograf von Korbinian und Emmeram von Regensburg prägte er die geistige Landschaft seiner Zeit. Seine Werke sind die frühesten Quellen der bayerischen Kirchen- und Profangeschichte. Trotz seines klösterlichen Lebens vernachlässigte Arbeo nicht die weltlichen Angelegenheiten. Er unterstützte Frankenkönig Karl I. gegen den bayrischen Herzog Tassilo III. und wurde sogar zeitweise von ihm zur Aufgabe der Leitung seines Bistums gezwungen. Arbeo fand seine letzte Ruhestätte in der Krypta des Doms in Freising. Sein Erbe lebt in den Klöstern Schäftlarn, Innichen und Schliersee fort, und seine Schriften sind Lichtblicke in der Geschichte der bayerischen Kirche und Sprache.