Lebensgeschichte
In den frühen Tagen des 8. Jahrhunderts wurde Philipp, einem jungen Priester aus Rom, eine besondere Berufung zuteil. Nach seiner Priesterweihe begab er sich auf den beschwerlichen Heimweg und fand schließlich eine friedliche Stätte im malerischen Zell im Pfrimmtal, westlich von Worms. Zusammen mit seinem treuen Freund Horoskolf errichtete er eine Einsiedelei nahe einer uralten Kultstätte, die einst dem Gott Wodan gewidmet war. Hier, an diesem besonderen Ort, sollte eine Geschichte der Heiligkeit beginnen.
Die beiden Männer bauten die Michaelskapelle, die im Laufe der Zeit zur Keimzelle des Dorfes Zell wurde. Es war ein Ort des Gebets, der Stille und des Glaubens. Doch das wahre Wunder begann erst nach Philipps Tod. Um 760 versammelten sich die Gläubigen an seinem Grab, und es geschahen zahlreiche Heilungswunder. Die Nachricht von den wundersamen Ereignissen verbreitete sich rasch, und Philipp wurde schnell als Heiliger verehrt.
Im Kloster Hornbach, auf Anregung von Hrabanus Maurus, wurde um 850 eine Lebensgeschichte über Philipp verfasst. Horoskolf, der langjährige Gefährte des Heiligen, gab wertvolle Einblicke in Philipps Leben. Seine Gebeine wurden in die neue Salvatorkirche in Zell übertragen, die fortan dem heiligen Philipp gewidmet war.
Die einfache Einsiedelei, die Philipp einst mit Horoskolf gründete, wuchs im Jahr 975 zu dem bedeutenden Kloster Zell heran. Im Jahr 1230 erhielt es den Status eines Kollegiatstifts, doch im Zuge der Reformation im Jahr 1553 wurde es aufgelöst. Dennoch konnte die Verehrung des Heiligen nicht gebrochen werden.
Ab dem Jahr 1407 förderte eine fromme Bruderschaft die Wallfahrt zu Philipps Grab, und die Segnung von Kindern wurde zu einer geliebten Tradition. In der Philippskirche, die seit 1780 besteht, wird bis heute das Philippsfest mit einer festlichen Wallfahrt am Sonntag nach dem 3. Mai zelebriert.